Wir trauern um Ehrenbürger Karl Färber

Veröffentlicht am 30.10.2010 in Ortsverein

Karl Färber bei der Ehrenbürgerverleihung im Sommer 2009

Am 23.10.2010 verstarb unser Freund Karl Färber. Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen.

Karl Färber wurde 2009 mit der Ehrenbürgerwürde der Stadt Schnaittenbach ausgezeichnet. Jetzt müssen wir um ihn trauern.
Vor 75 Jahren ist er dem alten und bekannten Schnaittenbacher „Wirtsbartl“ Geschlecht entsprungen. Karl Färber, der von 1984 bis 2002 als 1. Bürgermeister die Geschicke der Stadt Schnaittenbach geleitet hatte, war seit 2002 im „Ruhestand“. Oft ist er als Kommunalpolitiker mit Herz bezeichnet worden. Mit der Kommunalpolitik hatte er aber ursprünglich nichts am Hut gehabt. Aber seine engagierte Tätigkeit in der damaligen Industriegewerkschaft Bergbau und Energie hat die SPD auf ihn aufmerksam werden lassen. 1963 ist er zum Ortsverein gekommen und hat bereits 1966 den Sprung in den Stadtrat geschafft. Als damals jüngster Vertreter im Gremium ist er auch gleich zum 2. Bürgermeister gewählt worden. 1968 hat man ihm auch den Fraktionsvorsitz im Stadtrat übertragen, er ist Gesamt- TuS- Vorsitzender, SPD- Ortsvereinsvorsitzender und seit 1972 auch Kreisrat gewesen. Diesem Gremium gehörte er dreißig Jahre lang an und ist dort in vielen Ausschüssen vertreten gewesen. „Dreißig Jahre im Kreistag – auch das ist eine Leistung, die bisher nur wenige erreicht haben“, zollt Gerald Dagner Karl Färber höchste Anerkennung. Besonders prägend ist natürlich seine Zeit als 1. Bürgermeister der Stadt Schnaittenbach gewesen. Den Menschen in den Mittelpunkt seiner Politik stellen, ist für ihn immer oberstes Gebot gewesen und „man darf nie vergessen, wo man herkommt“, hörte man ihn des Öfteren sagen. In seiner Amtszeit sind viele so wichtige zukunftsweisende Entscheidungen wie der Bau der Doppelsporthalle und die Schulzentralisierung oder der Bau der Kindergärten St. Vitus und St. Margareta in Kemnath a.B. gefallen. Viele Orts- und Gemeindeverbindungsstraßen sind ebenso ausgebaut worden wie die Kanalisation mit Regenüberlaufbecken und die Kläranlagen in Kemnath, Holzhammer und Neuersdorf. Im Bereich der Wasserversorgung hatte eine Kohlefilteranlage wie der Anschluss der Ortschaften Sitzambuch und Demenricht sowie der Verbund mit Kemnath hergestellt werden müssen. Mehrere Wohngebiete und ein großes Gewerbegebiet sind erschlossen sowie die Straßenbeleuchtung erweitert worden. Ferner ist in seiner Amtszeit das neue Rathaus errichtet und das ehemalige Rathaus zu einer Kultureinrichtung mit Stadt- und Pfarrbücherei umgebaut worden. Der Bau von Feuerwehrgerätehäusern ist ihm besonders am Herzen gelegen, drei, nämlich in Schnaittenbach mit integriertem Schützenheim, in Kemnath und in Neuersdorf sind vollendet worden. Begleitend hierzu ist eine ganze Reihe von Feuerwehrfahrzeugen und Feuerwehrgerät angeschafft worden. Die Vereinsförderung ist ein besonderes Anliegen von Karl Färber gewesen. Der Umbau des ehemaligen Schulgebäudes in Kemnath zu einem Vereinsheim ist ebenso gelungen wie die Förderung vieler Investitionen und laufender Unterstützungen der Vereine. Auch die Förderung des kirchlichen Bereiches hat sein Gehör gefunden und so sind beispielsweise der Kirchenbau in Holzhammer, die Renovierungen und der Bau einiger Dorfkapellen sowie das Vitusheim zu nennen. Natürlich kann diese Aufzählung im Rahmen einer Ehrenrückschau nur beispielhaft sein, resümiert Gerald Dagner. Er folgert: „So ist Karl Färber zurecht für seine großen Verdienste vom Stadtrat die Ehrenbezeichnung ‚Altbürgermeister’ verliehen worden. Im Jahr 2009 wurde ihm die höchste Ehre zuteil, die eine Gemeinde vergeben kann. Er wurde zum Ehrenbürger der Stadt Schnaittenbach ernannt."
Wir haben mit Karl Färber einen Freund, Mitstreiter, Weggefährten und ein Vorbild verloren. Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen. Wir werden ihm ein ehrendes Gedenken bewahren.

 
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